GBR (Gesteuerte Knochenregeneration) und Membranwahl | Istanbul

28 Eyl, 2026 | Dr | No Comments

GBR (Gesteuerte Knochenregeneration) und Membranwahl | Istanbul

Kurz gesagt: Bei der gesteuerten Knochenregeneration (GBR) wird in eine Implantatregion mit fehlendem Knochen Knochenersatzmaterial eingebracht und mit einer dünnen Barrieremembran abgedeckt. Die Membran verhindert, dass schnell wachsende Zahnfleischzellen in den Bereich eindringen, und verschafft den langsamer wachsenden Knochenzellen Zeit und Raum. In geeigneten Fällen erfolgt sie in derselben Sitzung wie das Implantat, bei ausgedehntem Knochenverlust als separater Eingriff vor der Implantation. Heute werden in den meisten Fällen resorbierbare Kollagenmembranen bevorzugt – so auch in unserer Klinik in Istanbul.

Was ist gesteuerte Knochenregeneration (GBR)?

Entsteht im Kieferknochen ein Hohlraum, „konkurrieren“ zwei Gewebe darum, ihn auszufüllen: das sich schnell vermehrende Bindegewebe und das langsamer vordringende Knochengewebe. Ohne Gegenmaßnahmen füllt sich der Defekt meist mit Weichgewebe. Die Grundidee der GBR: Der Bereich wird mit einer Barrieremembran abgedeckt, um das Weichgewebe fernzuhalten, sodass sich der Hohlraum nur mit Zellen aus dem umliegenden Knochen füllt.

Dieses Prinzip wurde zuerst in orthopädischen Studien beschrieben und ab Ende der 1980er-Jahre bei Implantatpatienten eingesetzt. Heute ist es ein routinemäßiger und wissenschaftlich gut dokumentierter Bestandteil der Implantatchirurgie. Die verschiedenen Knochenersatzmaterialien beschreiben wir ausführlich in unserem Beitrag Arten von Knochenersatzmaterial.

Wozu dient die Membran?

Folgende Eigenschaften sollte eine Barrieremembran aufweisen:

  • Biokompatibilität: Sie darf im Gewebe keine Entzündung oder Fremdkörperreaktion auslösen.
  • Zellokklusivität: Sie muss verhindern, dass Bindegewebszellen in den Defekt einwandern.
  • Gewebeintegration: Sie sollte stabil an Ort und Stelle bleiben und nicht verrutschen.
  • Platzschaffung und -erhaltung: Sie muss den Kollaps des darunterliegenden Raums verhindern.
  • Einfache Handhabung und geringes Komplikationsrisiko.

Was ist der Unterschied zwischen resorbierbarer und nicht resorbierbarer Membran?

Resorbierbare Membranen bestehen meist aus tierischem Kollagen, einige aus synthetischen Polymeren. Mit Blut benetzt werden sie weich und haften von selbst an Knochen und Ersatzmaterial; mit der Zeit werden sie vom Körper abgebaut. Ihre wichtigsten Vorteile: Für ihre Entfernung ist kein zweiter Eingriff nötig, und das Risiko einer Freilegung ist geringer. Nachteilig sind ihre geringe mechanische Stabilität und die kurze Barrierewirkung; daher wird darunter ein langsam resorbierbares Material eingebracht, das ein Einsinken verhindert.

Nicht resorbierbare Membranen (z. B. ePTFE, titanverstärktes PTFE oder Titangitter) sind fest und formbar; in schwierigen Fällen wie einem vertikalen Knochenaufbau halten sie den Raum zuverlässiger frei. Sie müssen jedoch mit Schrauben fixiert und am Ende der Heilung in einem zweiten Eingriff entfernt werden, und bei vorzeitiger Freilegung ist das Infektionsrisiko höher.

MerkmalResorbierbare Membran (Kollagen)Nicht resorbierbare Membran (PTFE / Titan)
Zweiter EingriffNicht nötigZur Entfernung nötig
HandhabungEinfach, haftet am GewebeFixierung mit Schrauben/Pins nötig
Mechanische StabilitätGering, Unterstützung durch Ersatzmaterial erforderlichHoch, behält ihre Form
Risiko der FreilegungGeringerHöher
Typischer EinsatzHorizontaler Knochenmangel, Alveole, SinusAusgewählte vertikale Knochenaufbauten

Die langjährige klinische Erfahrung mit GBR spricht für Kollagenmembranen bei den meisten horizontalen Knochendefiziten und für nicht resorbierbare Membranen bei ausgewählten vertikalen Fällen.

Wie läuft eine GBR ab?

  1. Planung: Mit klinischer Untersuchung und 3D-Tomografie werden Breite und Höhe des Knochens sowie benachbarte anatomische Strukturen beurteilt. Die prothetisch ideale Implantatposition wird festgelegt.
  2. Anästhesie und Lappenbildung: Unter örtlicher Betäubung wird das Zahnfleisch vorsichtig abgelöst, um den Knochen freizulegen.
  3. Vorbereitung der Knochenoberfläche: Bei Bedarf werden kleine Bohrungen in den Knochen gesetzt, damit Blut und Zellen aus dem Knochenmark leichter nachströmen.
  4. Ersatzmaterial und Membran: Der Defekt wird mit Knochenersatz gefüllt und mit der Membran abgedeckt.
  5. Spannungsfreier Wundverschluss: Das Zahnfleisch wird so mobilisiert und vernäht, dass an der Wundlinie keine Spannung entsteht. Dieser Schritt ist am wichtigsten, um eine Freilegung der Membran zu verhindern.

Kann die GBR in derselben Sitzung wie das Implantat erfolgen?

Die Fachliteratur empfiehlt, Implantat und GBR nach Möglichkeit in einer Sitzung durchzuführen; so hat der Patient nur einen chirurgischen Eingriff. Dafür müssen drei Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Implantat muss funktionell und ästhetisch in der richtigen dreidimensionalen Position gesetzt werden können,
  • es muss in dieser Position eine ausreichende Primärstabilität erreichen,
  • und die Form des Knochendefekts muss geeignet sein – idealerweise mit mindestens zwei Knochenwänden neben dem Implantat.

Ist der Knochen sehr dünn, liegt ein einwandiger Defekt vor oder ist ein vertikaler Aufbau nötig, wird zuerst eine GBR oder ein Blocktransplantat durchgeführt und das Implantat nach Reifung des Knochens gesetzt (zweizeitiges Vorgehen).

Was ist der Unterschied zwischen GBR und Knochenblock-Transplantat?

Bei der GBR werden meist granuläre Materialien verwendet, und das Volumen wird durch die Membran gehalten. Ist die Knochenbreite stark reduziert, kann ein kleiner Block aus dem eigenen Knochen des Patienten entnommen und mit Schrauben im Defekt fixiert werden. Blocktransplantate sind die einzige Transplantatart, die dem Druck des darüberliegenden Weichgewebes mechanischen Widerstand bietet. In aktuellen Konzepten wird die Oberfläche des Blocks meist zusätzlich mit langsam resorbierbarem Granulat und einer Kollagenmembran abgedeckt, um den Abbau des Blocks im Lauf der Zeit zu begrenzen. Blocktransplantat und GBR sind also oft keine Alternativen, sondern sich ergänzende Techniken.

Worauf sollten Sie nach einer GBR achten?

  • In den ersten 24–48 Stunden in Abständen kühlen; mit leicht erhöhtem Kopf schlafen.
  • Die verordneten Medikamente und die antiseptische Mundspülung für die empfohlene Dauer anwenden.
  • Nicht die Lippe wegziehen, um die Nähte anzusehen; das belastet die Wundlinie.
  • In der ersten Woche lauwarme, weiche Kost essen; harte und knusprige Speisen meiden.
  • Einige Tage auf schweren Sport und anstrengende Tätigkeiten in gebückter Haltung verzichten – planen Sie auch den Rückflug aus Istanbul entsprechend entspannt.
  • Kontrolltermine wahrnehmen; eine kleine, früh erkannte Wundöffnung lässt sich meist gut behandeln.

Für wen ist die GBR geeignet, wann ist Vorsicht geboten?

Die meisten gesunden Erwachsenen, bei denen ein Implantat geplant ist und das Knochenvolumen nicht ausreicht, kommen für eine GBR in Frage. Das Heilungspotenzial kann durch Alter, Allgemeinerkrankungen (vor allem schlecht eingestellten Diabetes), Rauchen und einige Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen (z. B. Bisphosphonate), beeinträchtigt werden. Diese Faktoren schließen eine Behandlung nicht immer aus, können aber die Planung verändern.

Praktischer Tipp: Vermeiden Sie in den ersten Wochen nach der GBR das Kauen auf dieser Seite, und tragen Sie eine herausnehmbare Prothese erst wieder, wenn Ihr Zahnarzt sie angepasst hat. Druck auf die Membran ist eine der häufigsten Ursachen für eine Wundöffnung.

Wie verlaufen Heilung und welche Risiken bestehen?

In den ersten 2–3 Tagen sind Schwellung und Empfindlichkeit zu erwarten; die Fäden werden in der Regel nach 10–14 Tagen entfernt. Die Reifung des Knochenaufbaus kann je nach Defektgröße einige Monate bis sechs Monate oder länger dauern.

  • Freiliegen der Membran: Kann vor allem bei nicht resorbierbaren Membranen zu Infektion und geringerem Knochengewinn führen; bitte umgehend dem Zahnarzt melden.
  • Infektion: Zunehmende Schmerzen, unangenehmer Geruch oder Ausfluss sind Warnzeichen.
  • Geringerer Knochengewinn als erwartet: Ein zusätzlicher Aufbau oder ein anderer Implantatplan kann nötig werden.

Häufig gestellte Fragen

Können GBR und Implantat am selben Tag erfolgen?

Wenn das Implantat in der richtigen Position und mit ausreichender Stabilität gesetzt werden kann und die Form des Knochendefekts geeignet ist, können GBR und Implantat in derselben Sitzung erfolgen. Bei ausgedehntem Knochenverlust wird zuerst die GBR durchgeführt und einige Monate bis zur Implantation gewartet.

Muss die Membran später entfernt werden?

Resorbierbare Kollagenmembranen werden vom Körper abgebaut und daher nicht entfernt. Nicht resorbierbare PTFE- oder Titanmembranen werden am Ende der Heilung entfernt, meist beim Setzen oder bei der Freilegung des Implantats.

Was tun, wenn die Membran im Mund sichtbar wird?

Belasten und putzen Sie die Stelle nicht und informieren Sie Ihre Klinik. Ihr Zahnarzt entscheidet je nach Situation über Maßnahmen wie eine antiseptische Mundspülung, häufigere Kontrollen oder die Entfernung der Membran.

Wann wird nach einer GBR der Zahnersatz eingesetzt?

Bei Implantaten, die zusammen mit einer GBR gesetzt wurden, beginnt die prothetische Phase meist nach einigen Monaten. Beim zweizeitigen Vorgehen dauert es länger, da zuerst die Reifung des Knochenaufbaus und danach die Einheilung des Implantats abgewartet wird.

Beeinflusst Rauchen das Ergebnis der GBR?

Ja. Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung und die Wundheilung und kann das Risiko für Wunddehiszenz und Infektion erhöhen. Es wird empfohlen, vor dem Eingriff und während der Heilung auf das Rauchen zu verzichten.

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Dr. Dt. Mehmet Fuat Bozaba
Medizinisch geprüft von: Dr. Dt. Mehmet Fuat BozabaFacharzt für Parodontologie · September 2026

Für Untersuchung und Beratung: Schreiben Sie uns per WhatsApp oder rufen Sie 0544 289 66 33 an. Yayla Dental Akademi, Bahçelievler / Istanbul.

Quellen: Buser D (ed). 20 Years of Guided Bone Regeneration in Implant Dentistry, 2nd ed. Quintessence Publishing, 2009; Hupp JR, Ellis E III, Tucker MR. Contemporary Oral and Maxillofacial Surgery, 6th ed. Elsevier Mosby, 2014; Misch CE. Contemporary Implant Dentistry, 3rd ed. Mosby Elsevier, 2008.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information; Diagnose und Behandlungsplan werden nur nach einer Untersuchung durch den Zahnarzt festgelegt.

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\"Dr. Dt. Mehmet Fuat Bozaba, İstanbul Medipol Üniversitesi Periodontoloji Anabilim Dalı\'nda doktorasını tamamlamış uzman diş hekimidir. Bahçelievler\'de Yayla Dental Akademi bünyesinde ileri klinik uygulamalarla hizmet vermektedir. Temel uzmanlık alanları arasında dental implantlar, Khoury ve Urban teknikleriyle ileri kemik rejenerasyonu ve diş eti çekilmelerinin tedavisi (pembe estetik) yer almaktadır. Bugüne kadar 1000\'den fazla implant ve gömülü yirmilik yaş diş cerrahisi ile 700\'ü aşkın diş eti grefti operasyonunu başarıyla gerçekleştirmiştir. Sağlık turizmi kapsamında yurt dışından gelen hastalar için ileri düzeyde İngilizce dilinde tedavi imkanı sunmaktadır.\"

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