5 Oct, 2026 | Dr. Dt. Mehmet Fuat Bozaba | No Comments
Retinierte Weisheitszähne entfernen: Wann und wie?
Weisheitszähne (dritte Molaren) finden im Kiefer häufig nicht genügend Platz und bleiben dann ganz oder teilweise im Knochen eingeschlossen (retiniert). Nicht jeder retinierte Zahn muss jedoch entfernt werden: Ob es sinnvoll ist, die Weisheitszähne entfernen zu lassen, wird anhand des klinischen Befunds, des Röntgenbildes und Ihrer persönlichen Situation entschieden (Hupp, 2014). Da uns Patientinnen und Patienten aus Bahçelievler, Bakırköy und Güngören diese Frage häufig stellen, fassen wir hier das Wichtigste zusammen.
Wann wird eine Entfernung in Betracht gezogen?
- Wiederkehrende Schübe einer Perikoronitis (Entzündung des Zahnfleisches um die Zahnkrone) (Bean & King, 1971)
- Ein Weisheitszahn, der am Nachbarzahn Karies oder Wurzelschäden verursacht
- Verdacht auf eine Zyste oder andere krankhafte Veränderungen
- Eine Lage, die eine kieferorthopädische oder prothetische Planung behindert
Bei retinierten Zähnen ohne Beschwerden und ohne krankhaften Befund wird nach individueller Abwägung entschieden; dieses Thema wurde auch auf Expertenkonferenzen erörtert (Third Molar Multidisciplinary Conference, 2012).
Wie läuft der Eingriff ab?
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Bei Bedarf wird das Zahnfleisch eröffnet, Knochen schonend abgetragen und der Zahn in Teilen entfernt; anschließend wird die Wunde verschlossen (Hupp, 2014, Kap. 9). Schwellungen, leichte Schmerzen und eine eingeschränkte Mundöffnung sind zu erwartende, vorübergehende Begleiterscheinungen.
Mögliche Risiken
Nachblutungen, Infektionen, eine trockene Alveole und selten Gefühlsstörungen infolge einer Nervenreizung können auftreten. Die Risiken werden bei der Untersuchung und im Rahmen der Aufklärung gesondert besprochen (siehe auch unsere Seite zur Oral- und Kieferchirurgie).
Was wird bei der Untersuchung beurteilt?
Vor der Entfernung eines Weisheitszahns werden Neigung und Lage des Zahnes im Kiefer, eine mögliche Karies oder Zyste sowie die Auswirkungen auf den Nachbarzahn beurteilt. Meist genügt eine Panoramaschichtaufnahme (OPG); liegt der Zahn nahe am Nervkanal oder an der Kieferhöhle, kann eine zusätzliche Bildgebung erforderlich sein. Die Entscheidung richtet sich nicht allein danach, dass der Zahn retiniert ist, sondern nach Beschwerden, dem Risiko krankhafter Veränderungen und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand (Hupp et al., 2014, Kap. 9).
Vorbereitung auf den Eingriff
- Informieren Sie Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, und über Vorerkrankungen; besonders wichtig ist die Einnahme blutverdünnender Medikamente.
- Ob Sie am Tag des Eingriffs nüchtern bleiben sollen oder vorher essen dürfen, hängt von der Art der Betäubung ab; folgen Sie hier den zahnärztlichen Anweisungen.
- Planen Sie für die ersten Tage nach dem Eingriff weiche Kost und ausreichend Ruhe ein.
Was ist nach der Entfernung zu erwarten?
In den ersten 2–3 Tagen können Schwellungen und leichte Schmerzen auftreten; eine eingeschränkte Mundöffnung (Kieferklemme, Trismus) ist vorübergehend. Die Schwellung nimmt meist in den ersten Tagen zu und geht danach allmählich zurück. Die sogenannte trockene Alveole (Alveolitis sicca) wird nach der Entfernung unterer Weisheitszähne vergleichsweise häufiger beschrieben; weiterführende Beiträge finden Sie im Bereich Zahngesundheit. Hinweise zur Nachsorge und Heilung nach einer Zahnentfernung erhalten Sie auf unserer Seite zur Oral- und Kieferchirurgie.
Was passiert, wenn der Weisheitszahn nicht entfernt wird?
Retinierte Zähne, die keine Beschwerden verursachen und keinen krankhaften Befund zeigen, müssen nicht in jedem Fall entfernt werden; sie werden dann regelmäßig kontrolliert. Kommt es jedoch zu wiederkehrender Perikoronitis, Karies am Nachbarzahn oder einer Zystenbildung, wird eine Entfernung erwogen (Bean & King, 1971). Auch auf Expertenkonferenzen wurde hervorgehoben, dass eine vorsorgliche (prophylaktische) Entfernung nicht in jedem Fall empfohlen wird (Third Molar Multidisciplinary Conference, 2012).
Häufige Fragen
Ist für die Weisheitszahnentfernung ein Panoramaröntgenbild nötig?
In der Regel wird eine Bildgebung veranlasst, um die Lage des Zahnes und seine Beziehung zum Nerv bzw. zur Kieferhöhle zu beurteilen.
Wie lange dauert der Eingriff?
Die Dauer hängt von der Lage des Zahnes ab; Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt informiert Sie bei der Untersuchung darüber.
Müssen Weisheitszähne immer entfernt werden?
Nein; jeder Fall wird individuell beurteilt.
Wann kann ich nach der Weisheitszahnentfernung wieder arbeiten?
Das hängt vom Schwierigkeitsgrad des Eingriffs ab; nach dem Eingriff erhalten Sie dazu eine zahnärztliche Empfehlung.
Können zwei Weisheitszähne in einer Sitzung entfernt werden?
Das wird je nach Situation geplant; die Entscheidung trifft Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt.
Wird der Kieferknochen nach der Weisheitszahnentfernung geschwächt?
Der Knochen im Bereich der Entnahmestelle heilt aus; eine genaue Beurteilung erfolgt bei der zahnärztlichen Untersuchung.
Für eine kieferchirurgische Beurteilung können Sie einen Termin vereinbaren oder weitere Beiträge im Bereich Zahngesundheit lesen. Unsere Praxis ist aus Bahçelievler, Bakırköy, Güngören, Haznedar, İlkyuva, Basınsitesi und von der gesamten europäischen Seite Istanbuls gut zu erreichen.
Literatur
- Hupp, J. R., Ellis, E., III, & Tucker, M. R. (2014). Contemporary oral and maxillofacial surgery (6. Aufl.). Elsevier Mosby.
- Hupp, J. R. (2014). Principles of management of impacted teeth (Kap. 9). J. R. Hupp, E. Ellis III, & M. R. Tucker (Eds.), Contemporary oral and maxillofacial surgery (6. Aufl., S. 143–167). Elsevier Mosby.
- Bean, L. R., & King, D. R. (1971). Pericoronitis: Its nature and etiology. Journal of the American Dental Association, 83(5), 1074–1077. PubMed ↗
- Dodson, T. B., Cheifetz, I. D., Nelson, W. J., & Rafetto, L. K. (2012). Summary of the proceeding of the Third Molar Multidisciplinary Conference. Journal of Oral and Maxillofacial Surgery, 70(9, Suppl. 1), S66–S69. PubMed ↗
- Perciaccante, V. J. (Ed.). (2007). Management of impacted teeth. Oral and Maxillofacial Surgery Clinics of North America, 19(1), 1–140.
- American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons. (2007). White paper on third molar data.
In Datenbanken suchen: PubMed · Google Scholar · NIH PMC · Scopus · Web of Science · Embase (Scopus, Web of Science und Embase erfordern ggf. einen institutionellen Zugang.)
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung.
Fachlich geprüft von Dr. Dt. Mehmet Fuat Bozaba (Parodontologie und Oralchirurgie).
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\"Dr. Dt. Mehmet Fuat Bozaba, İstanbul Medipol Üniversitesi Periodontoloji Anabilim Dalı\'nda doktorasını tamamlamış uzman diş hekimidir. Bahçelievler\'de Yayla Dental Akademi bünyesinde ileri klinik uygulamalarla hizmet vermektedir. Temel uzmanlık alanları arasında dental implantlar, Khoury ve Urban teknikleriyle ileri kemik rejenerasyonu ve diş eti çekilmelerinin tedavisi (pembe estetik) yer almaktadır. Bugüne kadar 1000\'den fazla implant ve gömülü yirmilik yaş diş cerrahisi ile 700\'ü aşkın diş eti grefti operasyonunu başarıyla gerçekleştirmiştir. Sağlık turizmi kapsamında yurt dışından gelen hastalar için ileri düzeyde İngilizce dilinde tedavi imkanı sunmaktadır.\"
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