Bei welchen Symptomen sollte man zum Parodontologen?
- Wiederkehrendes Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder bei der Anwendung von Zahnseide,
- Zahnfleischrückgang, länger wirkende Zähne, Empfindlichkeit gegenüber Heißem und Kaltem,
- anhaltender Mundgeruch, lockere Zähne oder entstehende Lücken,
- Blutung, Schwellung oder Sekret um ein Implantat (Periimplantitis),
- Beurteilung des Zahnfleischs vor Implantaten, Zirkonkronen oder kieferorthopädischer Behandlung.
Methoden der Parodontalbehandlung
1. Nicht-chirurgische Parodontaltherapie
Entfernung von Zahnstein und subgingivalem Biofilm (subgingivale Instrumentierung, Wurzelglättung) sowie Mundhygieneschulung. Nach 6–8 Wochen erfolgt eine Reevaluation.
2. Parodontalchirurgie
Bleiben tiefe Taschen bestehen, können eine Lappenoperation sowie resektive oder regenerative Chirurgie (Knochenersatz, Membran) durchgeführt werden.
3. Parodontale plastische Chirurgie: Behandlung von Zahnfleischrückgang
Mit Methoden wie freiem Schleimhauttransplantat, Bindegewebstransplantat, koronal verschobenem Lappen und modifizierter Tunneltechnik werden freiliegende Wurzeloberflächen abgedeckt. Ein Fallbericht von Dr. Bozaba zu diesem Thema wurde auf dem 6. Internationalen Hippokrates-Kongress (6. Uluslararası Hipokrat Kongresi) vorgestellt (wissenschaftliche Arbeiten).
4. Behandlung der Periimplantitis
Bei Entzündungen um Implantate erfolgen eine Dekontamination der Oberfläche und bei Bedarf eine chirurgische und regenerative Therapie. Bei der Implantatplanung ist die Zahnfleischgesundheit von entscheidender Bedeutung: All-on-4, All-on-6.
Parodontitis und allgemeine Gesundheit
Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen in Verbindung gebracht wird. In einer in der Fachzeitschrift Clinical Oral Investigations veröffentlichten Studie von Dr. Bozaba wurde gezeigt, dass die Irisin- und IL-6-Spiegel im Speichel bei Patienten mit fortgeschrittener Parodontitis signifikant höher sind als bei gesunden Personen. Rauchen zählt zu den wichtigsten Umweltfaktoren, die das Fortschreiten der Parodontalerkrankung und das Ansprechen auf die Behandlung negativ beeinflussen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Zahnfleischbluten normal?
Nein. Wiederkehrendes Bluten ist ein Zeichen einer Zahnfleischentzündung; hält es trotz regelmäßigen Putzens an, ist eine parodontale Untersuchung nötig.
Verursachen Zahnfleischerkrankungen Schmerzen?
Meist verlaufen sie schmerzfrei; deshalb sollten Symptome wie Bluten, Rückgang und Mundgeruch ernst genommen werden.
Sind nach einer Zahnfleischbehandlung Kontrollen nötig?
Ja. Damit die Erkrankung nicht wiederkehrt, wird alle 3–6 Monate eine unterstützende Parodontaltherapie empfohlen.
Weitere Ratgeber
Quellen: Lindhe’s Clinical Periodontology and Implant Dentistry (7. Auflage, 2022); Carranza’s Clinical Periodontology (13. Auflage); Klassifikation des World Workshop 2017; S3-Leitlinien der EFP. Diese Seite dient der Information.

